Es duftet von Weitem nach würzigen Grillhenderln, und obwohl ich gerade zu Mittag gegessen habe, werde ich neugierig auf Schneiders berühmten Henderlgrill und die Geschichte hinter dem alteingesessenen Marktstand.

Als erstes zeigt mir Christian Schneider stolz ein altes Foto. „Das ist meine Urgroßmutter, sie hat in Floridsdorf mit einem Fischstand angefangen, jetzt führen wir außer Hühnern und Puten auch Lamm, Rind, bestes Schwein und vieles in Bio-Qualität. Dazu hausgemachte Salate und täglich frischen Imbiss.“
Schon als Schulkind half der kleine Christian jeden Samstag seinen Eltern und hat Eier verkauft. „alle halfen mit, das gehörte dazu. Es war schon super, erstens, weil man immer mit Menschen zu tun hatte, und zweitens, weil ich damals in der zweiten Reihe gestanden hab, noch nicht die ganze Verantwortung tragen musste.“ Er lacht. Den eigenen Kindern rät er zu einem fixen Job. Jetzt führt Christian Schneider den Wild-Gefügel-Imbiss am Vorgartenmarkt, und kann sich gar nichts anderes mehr vorstellen. Am Markt geht es familiär zu, vielleicht nicht mehr ganz so wie früher, aber man sei füreinander da. Wie zur Bestätigung kommt gerade der Nachbar von der Bar schräg gegenüber herüber: „Du, leihst mir einen Topf?“ Den großen? Natürlich.
Das Allerwichtigste ist ihm, für seine Kunden da zu sein, sie zu beraten. Auf den Rat des Kochs und Absolventen der Gastgewerbe FH kann man sich verlassen.
„Das Teuerste ist halt nicht immer das Beste, kochen muss man können. Und Bio ist super, aber halt weniger zart und meist nicht so schnell durch, weil die Tiere ja viel herumlaufen. Das ist nicht allen Kunden bewusst. Deswegen kommt es, grade vor den großen Festen, oft zum Rezepte-Fachsimpeln und Beraten, die Zeit nehme ich mir gerne.“

Welchen Tipp man von ihm am häufigsten zu hören bekommt? Christian Schneider lacht. „Dass sie sich von schleißigen Kochbüchern hüten und auch nicht einfach stur nach Rezept kochen sollen. Es gibt Bücher, die schon bei den Mengen falsche Angaben machen. Es kommt vor, dass jemand hereinkommt, und für 10 Leute eine Gans kaufen möchte, dafür ein anderer eine für 2 Leute. Und andere sagen, im Rezept steht `kaufen Sie eine Gans mit zwei Kilo´ – dabei gibt´s die so leicht gar nicht.“
Der Trend geht zu immer magererem Fleisch, zu immer jüngeren Tieren. das findet er nicht gut. „Fett ist ein Geschmacksträger, wichtig ist, dass das Tier gesund und gut gehalten wurde.“
Wenn man den ganzen Tag von Fleisch umgeben ist, bekommt man es da nicht irgendwann satt? „Eigentlich nicht, ich mag Fleisch, in der Arbeit am liebsten Schnitzerl, am Wochenende gerne eine gute Poularde. Da kann man nicht viel falsch machen. Ich empfehle sie gerne als Festtagsbraten. Aber wichtiger, als irgendein Fleisch zu essen, ist mir die Qualität und das Tierwohl, wir in der Familie essen bewusst.“ Seine Kundinnen und Kunden sind so bunt wir das Grätzel. 20-Minuten Köche kommen gerne, auch der Foodie, der bestes Fleisch 24 Stunden mit der Smokermethode gar ziehen lässt. Für alle hat Christian Schneider gutes Fleisch aus Österreich und bei Bedarf auch einen Küchentipp.

Und für mich darf´s jetzt ein halbes Grillhenderl mit hausgemachtem Erdäpfelsalat sein …

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