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Interview mit BV Uschi Lichtenegger: Das Stuwerviertel erwacht aus Dornröschenschlaf

Für Ursula Lichtenegger ist das Stuwerviertel ein lebens- und liebenswertes Grätzel.

Welche Schlagworte fallen Ihnen als erste ein, wenn Sie auf das Stuwerviertel angesprochen werden?

Da fällt mir eine Menge ein! Aufstrebend, lebendig, jung und studentisch, spannende Kunst- und Kulturszene, aufblühender Vorgartenmarkt, liebevolle Blumenbeete von BürgerInnen bei den Bäumen, sehr engagierte Schulen, viel Leben und Kinderlachen im Max Winter-Park und am Spielplatz Venediger Au, Prostitution, Verkehrsberuhigung, schattige Alleen und die Nähe zu Prater, Messe und Donau.

Gibt es Dinge, die im Vergleich zu anderen Vierteln in Wien bzw. der Leopoldstadt besonders typisch für das Stuwerviertel sind?
Ich finde das Stuwerviertel sehr lebens- und liebenswert. Wegen der vielen Baumalleen, den Vorgärten und den Parks ist es ein ausgesprochen grünes Viertel. Das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schafft auch ein angenehmes Mikroklima, vor allem jetzt im heißen Sommer. Fein ist auch die Ruhe im Viertel, die gute soziale Mischung der Wohnbevölkerung und die gut funktionierende Nahversorgung. Und man ist nur einen Katzensprung von der City und dem grünen Prater oder der Donauinsel entfernt! Mit der Gebietsbetreuung gibt es eine städtische Einrichtung, die sich speziell um die vielfältigen Bedürfnisse der Wohnbevölkerung annimmt und Raum für Kunst und Kultur zur Verfügung stellt. Durch die vielen Schulen und die Nähe zu den Universitäten begegnet man vielen Kindern und jungen Menschen – fad ist es dort also nie!

Wie beurteilen Sie die Entwicklungen am Vorgartenmarkt?
Der Vorgartenmarkt ist sehr attraktiv geworden – ich finde, es ist derzeit eine gelungene Mischung zwischen alteingesessenen und neuen HändlerInnen. Das Bio-Angebot und die wachsende Qualität des Bauernmarktes ziehen zunehmend BewohnerInnen aus anderen Bezirksteilen an. Viele der BewohnerInnen des nahen Nordbahnhofviertels genießen dort etwa den Samstagseinkauf samt Cafébesuch zwischen den Marktstandln. Und rund um den Markt siedeln sich jetzt auch schon mehr Betriebe an.

Wie kann bzw. kann überhaupt die Lasallestrasse „durchlässiger“ gemacht werden, um das Nordbahnviertel und Stuwerviertel besser zu „verbinden“?
Wir müssen es schaffen, dass möglichst viele Menschen im neu entstehenden Stadtteil am Nordbahnhof über die Angebote des Stuwerviertel Bescheid wissen – die HandwerkerInnen, DienstleisterInnen, aber auch die vielfältigen Geschäfte, Lokale und die tollen Einkaufsmöglichkeiten am Vorgartenmarkt.

Viele im Stuwerviertel lebende sehen ihr eigenes Grätzel sehr kritisch, während die Außensicht auf das Grätzel mittlerweile sehr positiv ist. Ist das typisch für das Viertel oder ein Wienweites Phänomen?
Beim Stuwerviertel ist Negatives wahrscheinlich auch ein bisserl der Geschichte geschuldet. Es hat sich aber viel getan und ich bin zuversichtlich, dass in zehn Jahren alle sehr stolz auf das Grätzl sein werden.

Was plant die Bezirkspolitik mit dem Stuwerviertel?
Das Stuwerviertel bleibt in unserem Focus. Ziel muss es sein, die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzuschreiben. Darauf werden wir unser Augenmerk richten und das immer auch im Kontakt zur dort wohnenden Bevölkerung.

Eine persönliche Anmerkung zum Schluss?
Das Stuwerviertel ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Ich wünsche dem Grätzel, dass es sich seinen Charakter bewahrt und weiter aufblüht.

Das Gespräch führte Mag. Dieter Riedlinger-Baumgartner, Obmann des Vereins „Die 1. im Zweiten – Einkaufen im Stuwerviertel“